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Energieholz  Metzened

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Wirtschaftliche Überlegungen


Ist die geplante Fläche landwirtschaftlich schwer zu bearbeiten und soll daher etwas Sinnvolles damit gemacht werden, oder steht ein ertragreicher (ebener) Boden zur Verfügung welcher einen hohen Ertrag erwarten lässt?


Die erste Überlegung sollte sein, welches Ziel mit der Anlage einer Energieholzfläche verfolgt wird. Gerade in Grenzertragsböden oder auf Böschungen welche nur schwer bearbeitbar sind macht Kurzumtrieb Sinn da hier nur einmal angepflanzt werden muss und später alle paar Jahre eine Ernte erfolgen kann. Der gesamte Arbeitsaufwand wird somit stark reduziert. Wichtig ist aber die Pflege des Bestandes im ersten Jahr, weil davon der Erfolg der nächsten Jahrzehnte abhängt.


Soll die Fläche vollmaschinel mit einem Feldhäcksler  geerntet werden, motormanuel mit der Motorsäge oder doch mit einem Harvester?


In zu starker Hanglage ist eine Beerntung mit einem Feldhäcksler unmöglich, für kleine Flächen wegen der Anfahrtskosten eventuell unrentabel.


Für Energieholz im Kurzumrieb werden hauptsächlich Pappel und Weiden verwendet welche Feuchtigkeitsgehalte von 50-60% haben.

Erntegut aus vollmaschineler Ernte muss daher für eine Verfeuerung in kleinen Anlagen vorher getrocknet werden. Frisches Hackgut kann aber in größeren Anlagen direkt verwendet werden (Bitte mit Heizwerksbetreiber vorher klären).

Für die vollmaschinelle Ernte spricht die Schlagkraft und die höchste Wirtschaftlichkeit.

Die vollmaschinelle Ernte kann sowohl bei Weiden als auch bei Pappeln erfolgen. Die motormanuelle Ernte (bei langen Umtriebszeiten von 5 bis 8 Jahren) ist aber nur bei Pappeln sinnvoll da Weiden nach der ersten Ernte zu viele Austriebe bildet.


Je nach Klima, Boden und Pflanzgut sind sehr unterschiedliche Erträge möglich. Diese können von 5 Tonnen Trockenmasse pro ha und Jahr bis 20 Tonnen (attro) pro ha und Jahr schwanken.

Die Wahl des geeigneten Pflanzgutes ist entscheidend für den Erfolg.


Wahl des Standortes


Pappel und Weiden fallen in die Familie der Weidengewächse und sind häufig an Bach und Flussufern zu finden. Staunässe sollte aber gerade bei Pappeln auf den geplanten Standort nicht vorhanden sein. Wichtig ist ein sonniger Standort da diese Baumarten zu den Lichtbaumarten gehören. Wenn ein Standort zu einem angrenzenden Wald gewählt wird so sollte dieser nicht südlich vom geplanten Energieholzbestand liegen. Wichtig ist auch die Höhenlage und damit die Jahresdurchschnittstemperatur. Gerne können wir Ihnen für Ihren Standort darüber Auskunft geben. Auch der pH-Wert des Bodens spielt eine gewisse Rolle. Auch die Entfernung zum Bestimmungsort sollte berücksichtigt werden.


Vorbereitungen für das Pflanzen


Die Pflanzung erfolgt ausschliesslich im Frühjahr, je nach Lage zwischen März und April. Dazu sollte die Fläche vorher wie für den Getreideanbau hergerichtet sein d.h. es sollte  gepflügt und geeggt werden.

Ist dies nicht möglich oder gewollt sollte nur längere Steckhölzer (40cm+), oder Ruten verwendet werden. Eine Herbizidspritzung ist nicht empfehlenswert da dies eine Verlangsamung im Austrieb der Stecklinge zur Folge hat wie aus einem eigenen Versuch deutlich wurde. Es ist besser dass in der Phase des Anwachsens (die ersten Monate) die Fahrgassen mit Mulchen, Gruppern oder Ausmähen unkrautfrei gehalten wwerden. Für kleinere Flächen würde auch ein Austretten am einfachsten gehen. Dazu sollte in regelmäßigen Abständen und konsequent (z.B. alle 1 bis 2 Wochen) der Bestand kontrolliert werden und mögliche Konkurrenzpflanzen  um den Steckling beiseite gedruckt. Dies genügt in manchen Fällen um die Pappel oder Weidenpflanze hochkommen zu lassen.


Der Start des Projekts „Kurzumtrieb“

Beispiele

kurze Umtriebszeit  3 Jahre:                

doppelreihig:    

lange Umtriebszeit (5-8Jahre):

einreihig:

Die Fahrgasse sollte nicht zu eng bemessen sein da die Äste später in die Fahrgasse reichen.

Es ist auch wichtig die Mindestabstände zu benachbarten Grundstücken einzuhalten. Diese sind pro Bundesland unterschiedlich geregelt. Bitte prüfen Sie die entsprechenden Landesegesetzte unbedingt vor dem  Anpflanzen. Bestellung!

Pflanzen der Anlage

In der Regel werden Stecklinge für die Pflanzung genutzt. Stecklinge (oder auch Steckhölzer genannt) sind Abschnitte von einjährigen^, gut entwickelten Trieben. Bitte achten Sie bei den Stecklingen auf gesunde kräftige Stecklinge und akzeptieren sie nichts unter 20cm Länge!

Es gibt hier mehrere Möglichkeiten: Steckhölzer können sowohl mit einer Setzmaschine oder bei kleinen Flächen auch manuell gesteckt werden.

Eine Fläche von 0,4ha mit 3500 Stecklingen ist für zwei Personen an einem Tag machbar. Wichtig ist dabei dass das Steckholz (eigentlich der richtige Ausdruck dafür da ja keine Wurzeln vorhanden sind) gut mit der Erde verbunden ist und mindestens 15cm in der Erde steckt. Mindestens eine Knospe sollte herausragen. Bei größeren Flächen können wir eine Setzmaschine organisieren.

Ruten sollten wesentlich tiefer gesetzt werden (20-50cm).

Dabei wird oft mit einer Wasserlanze oder einem Erdbohrer gearbeitet was sehr zeitaufwendig ist. Bei Ruten sollte man sich daher überlegen ob nicht das Setzen eines bewurzelten Bäumchens sinnvoller ist als mit einer Wasserlanze oder einem Erdbohrer zu arbeiten.

Besonders sinnvoll erscheint die Verwendung einer biologisch abbaubare Mulchfolien auf Milchsäurebasis oder auf Stärkebasis. Damit kann eine sichere Unkrautunterdrückung gewährleistet werden.

Für weitere Fragen stehen wir gerne bereit.


Der Reihenabstand sollte vom gewünschten Ernteverfahren und der Umtriebszeit gewählt werden:


Bei vollmaschineler Ernte und somit kurzen Umtriebeszeiten von 2-4 Jahren ist eine doppelreihige Auspflanzung empfehlenswert bei längeren Umtriebszeiten eine Einreihige.

Für die vollmaschinelle Ernte ist es wichtig dass der Bestand möglichst gleichmäßig e Stammdurchmesser aufweist um einen maximalen wirtschaftlichen Erfolg zu erziehlen da sich der Erntezeitpunkt nach dem größten Stammdurchmesseren richtet (max. 15cm).

Dies braucht bei längeren Umtriebszeiten nicht berücksichtigt werden.

Mehr dazu unter Ernte…


Pflegemaßnahmen „Kurzumtrieb“

Vollmaschinelle Ernte:


Hier dient zum Beispiel ein speziell umgebauter Maishäcksler als Erntegerät (gerne vermitteln wir die nötige Erntetechnik).

Der Zeitaufwand ist minimal und trotz der hohen Stundenkosten ist die Ernte hier am wirtschaftlichsten. Der Nachteil liegt im feuchten Erntegut. Dieses muss für Kleinfeuerungsanlagen noch getrocknet werden.

Dazu gibt es unterschiedliche Methoden:


*  Aufschütten zu Dämmen und abdecken mit spezieller Folie

*  großflächig dünn aufschütten

*  in Trocknungsanlage geben





























 













Wichtig im ersten Jahr  


Da die Steckhölzer keine Wurzeln haben  benötigen Sie einige Zeit um sich auf ihren Standort zu verankern. Hier ist wichtig dass immer genügend Licht zu den Pflanzen kommt und zu starker Konkurrenzwuchs vermieden wird. Pflanzenschutzmittel nach dem Setzen zu verwenden schadet den Stecklingen mehr als es vielleicht nützt. Ausmähen , Kreiseleggen oder Unkraut wecktretten ist ebenfalls mögllich. Es kann auch mit verrottbaren Gartenbaufolien gearbeitet werden. Folien gibt es zum Beispiel unter www.biofolien.at/. Dies abbaubaren Folien haben den großen Vorteil dass Begleitwuchs gut unterbunden wird, die Feuchtigkeit im Boden bleibt und diese vons selbst verrotten, was Arbeitsaufwand spart.

Sind die Austriebe bereits über einem Meter so hat es der Bestand geschafft.



Natürliche Feinde


In der Aufwuchszeit ab dem Setzen der Stecklinge gibt es aber noch andere Feinde welche für den Bestand gefährlich werden könnte:

Wühlmäuse, Blattkäfer, Schnecken und das Wild.

Wühlmäuse


Um Wühlmäuse effektiv zu bekämpfen, sind grundsätzlich mechanische Maßnahmen gegenüber chemischen zu bevorzugen. Sobald einzellne Bäume umfallen oder Wühlmaushügel sichtbar werden sollte verstärkt kontrolliert werden. Raubvögel wie Eulen, Habichte oder Bussarde, aber auch Mauswiesel, Hermelin oder Katzen jagen und fressen Wühlmäuse. Wenn die Wühlmaushügel zerstreut werden und die Gänge etwas freigelegt sind haben diese natürlichen Feinde ein leichteres Spiel.

Kommt es zu einem starken Wühlmausverbiss so kann mit einem Grubber in den Fahrgassen gefahren werden. Die Gänge der Wühlmäuse werden verschüttet und die Wühlmäuse vertrieben

Blattkäfer


Hier sind vor allem der Pappelblattkäfer, der Weidenblattkäfer und der Glanzkäfer von Bedeutung. Diese tretten üblicherweise erst einige Monate verspätet oder erst im nächsten Jahr auf. Eine Kurzumtriebsplantage ist für diese auf Pappel und Weiden spezialisierte Käfer natürlich ein Paradies. Sollte der Käferdruck gefährlich hoch werden kann ein erlaubtes Insektizied hilfreich sein. Es ist aber zu beachten dass auch mögliiche Nützlinge welche die natürlichen Feinde der Blattkäfer sind damit gestört werden.

Die Käfer könnten auch abgeglaubt bzw. abgeschüttelt werden was aber eher zeitintensiv ist. Interessant ist hier die Kombination von Geflügelhaltung und Kurzumtrieb: abfallende oder abgeschüttelte Käfer würden hier von den Hühnern sofort vertilgt werden.

Aber Blattkäfer haben auch natürliche Feinde wie Raupenfliegen und Schlupfwespen. https://de.wikipedia.org/wiki/Pappelblattk%C3%A4fer

Wie sich aus unserer Erfahrung gezeigt hat reduziert sich der Blattkäferbestand von selber, scheinbar finden auch diese natürlichen Feinde hier Zuflug und es stellt sich ein Gleichgewicht ein.

Schnecken


Die natürlichen Feinde der Schnecken oder deren Eier sind Frösche, Kröten, Blindschleichen, Eidechsen, Lurche, Salamander, Ringelnattern, Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse, Amseln, Drosseln, Elstern, Fischreiher, Möwen, Saatkrähen, Spechtmeisen, Stare, Würger, Glühwürmchen, Laufkäfer, Leuchtkäfer, Marschfliegen sowie deren Larven, Aaskäfer, Goldlaufkäfer, Halbflügler, Hundertfüßer, Kurzflügelkäfer, Weberknechte, Weichkäfer und (Lauf)enten.

Oft ist aber die Vermehrungsrate besonders bei der spanischen Wegschnecke höher als der „Zuzug“ dieser natürlichen Feinde.

Daher kann es bei zu starkem Befall sinnvoll sein ein Molluskizid einzusetzen.

Besonders empfehlenswert ist hier Ferramol  welches Eisen-III-Phosphat enthält und somit als unbedenklich für die Natur angesehen wird.

Wildschaden


Gegen das Wild gibt es nur zwei Abhilfen:

Einzäumen oder entsprechend mehr setzen.

Wie sich aus unserer Erfahrung gezeigt hat ist nur ein hochwertiger mindesten 1,8 Meter hoher Wildzaun sinnvoll, alles andere ist umsonst.

Ein Zaun ist aber bei der Ernte vermutlich störend.

Alternativ kann auch ein etwas geringerer Planzabstand sinnvoll sein um Ausfälle zu kompensieren.

Manuelle Ernte:


Bei langen Umtriebszeiten von 5 bis 8 Jahren erreichen Pappel bis zu 25cm Durchmesser. Hier ist eine Ernte mit einem Feldhäcksler nicht mehr möglich.

Dafür bietet diese Erntemethode die Möglichkeit die geschnitttenen Bäume als Ganzes trockenen zu lassen bevor diese z.B. zu Hackschnitzel weiterverarbeitet werden.

Das Umscheiden kann motormanuell mit der Motorsäge erfolgen oder auch mit Schneidköpfen auf Baggern wie sie zum Beispiel die Firma Westtech  anbietet. Bei besonders großen Durchmessern kann  auch mit einem Harvester geerntet werden. Sinnvoll ist das Umschneiden im Herbst sobald das letzte Laub abgefallen ist (evenetuell stapeln zu kleinen Haufen) und das Einsammeln im Frühjahr. Somit haben die Bäume über den Winter die Möglichkeit deutlich an Feuchtigkeit zu verlieren.

Die Rinde verhindert ein rasches Austrocknen, ist diese aber entlang des Stammes aufgeschlitzt so erfolgt die Trocknung etwas schneller.

Ernte „Kurzumtrieb“

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Die Ernte erfolgt in der Vegetationspause zwischen November und März wenn kein Laub mehr vorhanden ist

Rechtliches

Die Anlage einer Kurzumtriebsfläche ist bei der Gemeinde und/oder der Bezirksbehörde zu melden und es sind auch je nach Bundesland unterschiedliche Abstände zu Nachbargrundstücken einzuhalten.

Bitte unbedingt vor dem Pflanzen entsprechende Information einholen.

In Niederösterreich kann zum Beispiel Energieholz im Kurzumtrieb zur Erfüllung der ÖVF-Verpflichtung (Greening 30%) genutzt werden. Weitere Rechtsinformation finden Sie hier..



Viele wertvolle, weiterführende Informationen finden Sie hier.